Trainingsgeräte

Im Folgenden möchten wir Euch kurz mit den wichtigsten Trainingsgeräten vertraut machen.


Flo an der Boulderwand

Flo Murnig beim Training an definierten Bouldern.

Die Boulderwand:

Die Boulderwand ist das wohl vielseitigste „Trainingsgerät“ und für jede Leistungsstufe geeignet.

Die möglichen Übungen sind sehr sportartenspezifisch. Das heißt Du trainierst so wie Du es später auch brauchst. In diesem Fall trainierst Du gleichzeitig Kraft, Koordination und Balance in kletterspezifischen Bewegungen.

wichtige Hinweise:
– suche Dir unterscheidlich schwere Boulder von leicht über mittel bis schwer (je nachdem was für eine Übung Du machen möchtest).
– suche Dir Boulder von unterschiedlichem Style (athletisch im Überhang, technisch auf einer Platte, koordinativ bei nem komplexen Sprung, etc.).
– suche Dir Boulder mit unterschiedlichen Griffarten (Leisten, Slopern, Löchern, Zangen, etc.).


Shorty Lead

„Shorty“ Thomas Tauporn beim Vorstiegstraining an der Kletterwand

Die Kletterwand:

Die Kletterwand ist als „Trainingsgerät“ für jede Leistungsstufe geeignet.

Die möglichen Übungen sind sportartenspezifisch, wie schon bei der Boulderwand beschrieben. Das heißt Du trainierst so wie Du es später auch brauchst. Die Kletterwand eignet sich vor allem für das Kraftausdauer und Ausdauertraining. Ein weiterer wichtiger Punkt is das mentale Training um die eigene „Sturzangst“ zu überwinden. Darüber hinaus erlernst Du den Vorstieg und den Umgang mit den Sicherungsgeräten in einem gut gesicherten Umfeld.

wichtige Hinweise:
– belege zuerst einen Kletterkurs um den sicheren Umgang mit Seil und Sicherungsgerät zu erlernen!
– suche Dir anhaltend schwere Routen von leicht über mittel bis schwer (je nachdem was für eine Übung Du machen möchtest).
– suche Dir Routen von unterschiedlichem Style (athletisch im Überhang, technisch auf einer Platte, koordinativ bei nem komplexen Sprung, etc.).
– suche Dir Routen mit unterschiedlichen Griffarten (Leisten, Slopern, Löchern, Zangen, etc.).
– suche Dir für das Sturztraining einen sicheren und leicht überhängenden Wandteil, bei dem der Bereich in dem Du „landen“ wirst, frei von Wandkanten und großen Griffen ist.


Fingerboard WATAAAH Kurt

Fingerboard WATAAAH Kurt

Trainingsboard/ Fingerboard:

Das Trainingsboard/ Fingerboard ist eines der wichtigsten Trainingsgeräte. Gerade wenn es um das Training der Fingerkraft geht führt kein Weg an diesem Trainingsgerät vorbei. Zugegebenermaßen kann das Training am Fingerboard etwas eintönig sein, aber die Vielzahl an möglichen Übungen und die Aussicht auf einen satten Zuwachs an Fingerkraft sollten Dir genug Motivation geben das Traingsprogramm durchzuhalten. Die meisten Übungen sind Hängeübungen. Je nach gewünschter Intensität kannst Du noch mit Zusatzgewicht, bzw. mit Entlastung (z.B. System mit Umlenkrollen) arbeiten. Gute Musik und ein motivierendes Trainingsumfeld mit Freunden sorgen dafür, dass Du Deine Trainingsziele erreichen kannst.

Wichtige Hinweise:
– gut aufwärmen vor dem Training.
– die Größe der Griffe muss deinem Leistungsstand angepasst werden.
– auch große Griffe verwenden wenn Du mehr im Bereich des Aufbaus und der Hypertrophie machen möchtest.
– kleine Griffe für IK Training verwenden oder auch einarmig an größeren Griffen trainieren.
– Übungen mit Entlastung oder Zusatzgewichten anpassbar.
– verschiedene Work-Outs für die verschiedenen Trainingsziele und Leistungsstufen.


Shorty am Campusboard

„Shorty“ Thomas Tauporn beim Training am Campusboard

Das Campusboard:

Das Campusboard kommt einem als Trainingsgerät wohl als erstes in den Sinn wenn man an kletterspezifisches Krafttraining denkt. Ursprünglich von Wolfgang Güllich erfunden um für die speziellen Fingerbelastungen in seinem Heimatgebiet, dem Frankenjura, zu trainieren.
Für Anfänger ist dieses Trainingsgerät eher ungeeignet da der Körper noch nicht an derartige Belastungen gewöhnt ist (!Verletzungsgefahr!)und erst langsam herangeführt werden muss. Daher empfehlen wir für Anfänger nur Übungen mit Fussunterstützung zur Gewichtsreduzierung.

Übungen: Heutzutage wir das Campusboard hauptsächlich auf zwei Arten verwendet:
– große Griffe sind gut geeignet für das Training des Oberkörpers, der Explosivkraft, der Blockierkraft, für Schnellkraftübungen, für koordinative Übungen.
– kleine Leisten sind nur nur für gut trainierte Personen, die ein gutes Gefühl für Ihren Körper haben, geeignet. Dieses Training stellt eine sehr maximale Belastung für Deine Finger dar. Es wird dabei die Kontaktkraft und die Reaktivkraft trainiert.
Grundsätzlich sind die Übungen an diesem Gerät von sehr maximalkräftiger Natur. Deshalb solltest Du niemals in ermüdetem Zustand am Campusboard trainieren, da sonst ein erhebliches Verletzungsrisiko besteht.

Wichtige Hinweise:
– nicht in die lange Schulter fallen lassen.
– explosivere Hangelübungen nur durchführen, wenn Du an den Leisten solide hochhangeln kannst ohne an jeder Leiste dazugreifen zu müssen.
– nie in ermüdetem Zustand trainieren.
– kein Aufstellen der kleinen Leisten.
– nicht für Kinder und Jugendliche (erhöhtes Verletzungsrisiko im jungen Alter).


Die Ringe:

Alex Megos beim Ringe Training

Alex Megos beim Ringe Training zu Hause. Photo: Claudia Ziegler

Ringe sind ein klassisches Turngerät welches in letzter Zeit eine Renaissance sowohl im Breiten, als auch
im Leistungssport erlebt. Der Slingtrainer ist in gewissem Maße der moderne Nachfolger der Ringe und bietet noch einige weitere Funktionen.

Was diese Geräte auszeichnet, ist ein gewisses Maß an Instabilität während der Übungen. So musst Du die nötige Kraft aufbringen um die Übungen durchzuführen und gleichzeitig auch um die jeweilige Position zu stabilisieren. Gerade dieses Zusammenspiel von Kraft, Bewegung und Stabilität ist es, was dieses Gerät für Kletterer so nützlich macht, da man diese Beanspruchung auch beim Klettern wiederfindet. Zusätzlich trainierst Du bei diesem Gerät nicht nur einzelne Muskelgruppen sondern auch das Zusammenspiel mehrerer Muskeln. Dies ist für das Klettern ebenfalls ein entscheidender Faktor. Diese Trainingsgeräte eignen sich vor allem für das Training der Körperspannung . Der Körperspannung kommt beim Klettern eine entscheidende Rolle zu, wenn der Kletterer Kraft zwischen Griffen (Oberkörper) und Tritten (Beine) aufbauen und übertragen muss.

wichtige Hinweise:
– auf korrekte Übungsausführung achten um die Verletzungsgefahr niedrig zu halten.
– beim Training an diesem Gerät werden die Schultern stark beansprucht. Beginne langsam und taste Dich vorsichtig zu den schwereren Übungen vor.
– bei neuen, schweren Übungen – vorsichtig herantasten und gegebenenfalls Hilfestellung geben lassen.


Benni Hangwaage

Benni Kästle beim Training an der Reckstange

Die Reckstange:

Auch die Reckstange ist ein altes Turngerät welches es in das moderne Klettertraining geschafft hat. Das liegt daran, dass die Reckstange ein sehr vielseitig einsetzbares Trainingsgerät ist und mehr zu bieten hat als nur Klimmzüge.
Die Übungen an diesem Gerät sind hauptsächlich Zug- (konzentrisch) und Halteübungen (isometrisch), die Deinen Oberkörper und deine Körperkraft trainieren.
Fortgeschrittene und sehr starke Kletterer können das Übungsspektrum noch um  das Feld der exzentrischen Übungen (unter Last nachlassen) erweitern und mit Zusatzgewichten arbeiten. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, da dies ein erhöhtes Verletzungspotential besitzt.

wichtige Hinweise:
– auf korrekte Übungsausführungen achten.
– nicht in die lange Schulter fallen.


Yuka_Streching

Yuka Kobayashi beim Beweglichkeitstraining

Freies Training am Boden:

Diese Art des Trainings hat den großen Vorteil, dass Du sie immer und Überall durchführen kannst.

Die Übungen werden dabei in Kraftübungen (Liegestützen, Kniebeugen, etc.) und Dehnübungen (zur Verbesserung der Beweglichkeit) unterteilt.

Wichtige Hinweise:
– umfassendes Aufwärmen bevor Du mit diesem Training beginnst.

 


Training mit freien Gewichten:

Alex Megos beim Gewichtstraining

Alex Megos beim Gewichtstraining. Photo: Claudia Ziegler

Das Training mit freien Gewichten bietet viele Möglichkeiten zum spezifischen Kraftaufbau.

Die Übungsauswahl umfasst sowohl das Hypertrophietraining für kletterspezifische Muskelgruppen, als auch für das Antagonisten und Ausgleichstraining.
Unter Anleitung ist diese Art des Trainings auch als Rehatraining geeignet, um spezielle Bereiche nach einer Verletzung wieder aufzutrainieren.

Wichtige Hinweise:
– auf korrekte Übungsausführung achten.

 

 

 


kletterspezifisches Krafttraining am Steckbrett

kletterspezifisches Krafttraining am Steckbrett

Sonstiges Training:

Es gibt noch jede Menge weiterer kletterspezifischer Trainingsgeräte mit denen man speziell trainieren kann wie beispielsweise ein Steckbrett (Peg-board), eine Rollybar, Sprossenwand, etc.
Ansonsten möchten wir Dich an dieser Stelle auch auf ein ausgewogenes Regenerations- und Ausgleichstraining hinweisen, was sowohl Deiner Grundlagenausdauer, als auch Deiner allgemeinen Fitness zu Gute kommt. In diesem Zusammenhang wären das beispielsweise Sportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder auch Rudern.